LEISTUNGEN im ÜBERBLICK:
DIAGNOSTIK und weiterführende BEHANDLUNGEN

DIAGNOSTIK

Raum für Einordnung, Verständnis & Entwicklung

AUTISMUS- UND ADHS-DIAGNOSTIK

Im Rahmen der Diagnostik geht es nicht nur darum, einzelne Symptome zu erfassen, sondern Ihre Erfahrungen, Belastungen und Stärken in einen stimmigen Gesamtzusammenhang einzuordnen. Die diagnostischen Ergebnisse werden verständlich besprochen und in Bezug zu Ihrem bisherigen Erleben gesetzt. Zum Abschluss erhalten Sie einen schriftlichen Befundbericht mit der diagnostischen Einordnung und Empfehlungen für mögliche nächste Schritte.

AUTISMUS- DIAGNOSTIK

Die klinische Diagnostik zur Abklärung einer Autismus-Spektrum Störung für Erwachsene ab 18 Jahren zielt darauf ab, Klarheit und Verständnis bei Erwachsenen zu schaffen, bei denen ein Verdacht einer Autismus-Diagnose besteht. 

Die Autismus-Diagnostik in meiner Praxis erfolgt in mehreren strukturierten Terminen und in ruhiger Atmosphäre. Ziel ist es, nicht nur einzelne Merkmale zu erfassen, sondern Ihre Wahrnehmung, Ihre Biografie und Ihre aktuellen Belastungen in einen stimmigen Gesamtzusammenhang einzuordnen.

Im Rahmen der Diagnostik finden fundierte Gespräche auf Augenhöhe statt. Ergänzend können – je nach Fragestellung – standardisierte Fragebögen und Testungen eingesetzt werden.

Dabei werden die diagnostischen Ergebnisse verständlich besprochen und in Bezug zu Ihrem bisherigen Erleben gesetzt. Gleichzeitig geht es darum, ein besseres Verständnis von Autismus zu bekommen – von typischen Merkmalen über mögliche Auswirkungen im Alltag bis hin zur Frage, wie sich Ihre persönlichen Besonderheiten, Auffälligkeiten oder Schwierigkeiten im Rahmen der Diagnosekriterien einer Autismus-Spektrum-Störung einordnen lassen.

Abschließend erhalten Sie einen schriftlichen Befundbericht mit der diagnostischen Einordnung und Empfehlungen für mögliche nächste Schritte.

Die diagnostische Einordnung kann dazu beitragen, das eigene Erleben besser zu verstehen und daraus stimmigere Umgangsweisen im Alltag zu entwickeln.

ADHS-
DIAGNOSTIK

Der Ablauf der ADHS-Diagnostik erfolgt in ruhiger Atmosphäre, mit klarer Struktur und einem neuroaffirmativen Ansatz. Mir ist wichtig, dass Sie nicht nur eine diagnostische Einschätzung erhalten, sondern auch mehr Verständnis für Ihre eigene Funktionsweise, Belastbarkeit und Lebensweise entwickeln können.

Die ADHS-Diagnostik erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Sie soll nicht nur eine diagnostische Einordnung ermöglichen, sondern auch zu einem besseren Verständnis Ihrer individuellen Funktionsweise, Belastbarkeit und Lebensweise beitragen.

Je nach Fragestellung umfasst die Diagnostik diagnostische Gespräche, standardisierte Fragebögen bzw. Testungen, fachliche Auswertung und schriftliche Befunddokumentation. Zum Abschluss erhalten Sie einen schriftlichen Befundbericht.

Schriftliche Ergebnisse & Einordnung

SCHRIFTLICHER BEFUNDBERICHT

Zum Abschluss der Diagnostik erhalten Sie einen schriftlichen Befundbericht. Dieser enthält die diagnostische Einordnung auf Grundlage der erhobenen Anamnese, Gespräche, gegebenenfalls eingesetzten Fragebögen/Testungen sowie der klinischen Gesamtbeurteilung.

Der schriftliche Befundbericht ist Bestandteil des diagnostischen Abschlusses. Bei darüber hinausgehenden schriftlichen Einschätzungen für Behörden, Versicherungen oder andere Stellen prüfe ich im Einzelfall, ob ein Befundbericht ausreicht oder ob eine gesonderte gutachterliche Stellungnahme erforderlich ist.

ÄRZTLICHES GUTACHTEN

Wenn für Ihren weiteren beruflichen, sozialen oder persönlichen Weg eine zusätzliche schriftliche fachärztliche Einschätzung benötigt wird, prüfe ich gern im Einzelfall, ob hierfür ein ausführlicher Befundbericht ausreicht oder ob ein gesondertes ärztliches Gutachten sinnvoll ist.

Ärztliche Gutachten erfolgen ausschließlich auf gesonderten Auftrag, bei klar formulierter Fragestellung und gegen gesonderte Berechnung nach GOÄ entsprechend Art, Umfang und tatsächlichem Aufwand. Sie sind nicht automatisch Bestandteil der regulären Diagnostik.

Weiterführende Behandlung bei AUTISMUS

**Was leise wachsen will, braucht keinen Druck, sondern Raum für einen guten Anfang.**

Weiterführende BEHANDLUNG bei AUTISMUS

Die weiterführende Behandlung erfolgt in der Regel in Einheiten von 50 Minuten und wird individuell auf Ihre Fragestellung, Belastung und Lebenssituation abgestimmt.

INDIVIDUELL ABGESTIMMTE BEHANDLUNG

Die weiterführende Behandlung orientiert sich an Ihrer persönlichen Fragestellung, Ihrer aktuellen Belastung und Ihrer Lebenssituation. Im Mittelpunkt steht, Ihre Wahrnehmung, Ihr Erleben und wiederkehrende Belastungsmuster besser zu verstehen und daraus passende, alltagstaugliche Wege im Umgang mit Herausforderungen zu entwickeln. Je nach Bedarf kann es dabei zum Beispiel um Reizverarbeitung, Erschöpfung, Selbstfürsorge, Emotionsregulation, Maskieren, Selbstwert oder soziale Unsicherheiten gehen.

AUTISTISCHES BURNOUT

Autistisches Burnout ist keine eigenständige offizielle Diagnose. Der Begriff beschreibt jedoch einen Zustand tiefgreifender Erschöpfung und Überlastung, wie er bei autistischen Menschen infolge anhaltender Anpassungsleistung, Reizüberflutung, Maskierung und chronischer Überforderung entstehen kann. Viele Betroffene erleben dabei nicht nur eine seelische und kognitive Erschöpfung, sondern auch eine deutliche körperliche Folgeebene mit verminderter Belastbarkeit, stärkerer Reizempfindlichkeit, Rückzug und dem Gefühl, alltägliche Anforderungen nicht mehr in der gewohnten Weise bewältigen zu können.

In der Behandlung kann es darum gehen, frühe Warnzeichen besser wahrzunehmen, belastende Muster verständlich einzuordnen und einen stimmigeren Umgang mit Energie, Reizen, Anforderungen und eigenen Grenzen zu entwickeln. Dazu gehören unter anderem Regeneration, Selbstfürsorge, nervensystembezogene Stabilisierung, ein realistischeres Belastungsmanagement und die Frage, wie sich Überforderung im Alltag frühzeitiger erkennen und abfedern lässt.

 

Wissenschafliche Grundlagen

AUTISTISCHES MASKIEREN

Mit autistischem Maskieren ist meist Camouflaging gemeint. Camouflaging ist der Oberbegriff für unterschiedliche Anpassungsstrategien, darunter Verbergen von Schwierigkeiten (Masking), Ausgleichen (Compensation) und Anpassen an soziale Erwartungen (Assimilation). Viele autistische Menschen entwickeln solche Strategien früh, um weniger aufzufallen, soziale Erwartungen zu erfüllen oder belastende Reaktionen aus ihrem Umfeld zu vermeiden.

Kurzfristig kann Maskieren helfen, Sicherheit, Zugehörigkeit oder Orientierung in sozialen Situationen zu gewinnen. Langfristig ist es jedoch häufig mit einem hohen inneren Aufwand verbunden. Viele Betroffene erleben dadurch zunehmende Erschöpfung, innere Anspannung, Selbstunsicherheit oder das Gefühl, den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen zu verlieren. Nicht selten wird dies auch körperlich spürbar, zum Beispiel durch verminderte Belastbarkeit, stärkere Reizempfindlichkeit oder das Gefühl, dauerhaft funktionieren zu müssen.

In der Behandlung kann es darum gehen, eigene Maskierungsstrategien besser zu erkennen, ihre Funktion zu verstehen und schrittweise einen stimmigeren Umgang mit sich selbst zu entwickeln. Ziel ist nicht, jede Anpassung aufzugeben, sondern mehr Wahlfreiheit darin zu gewinnen, wo Anpassung sinnvoll ist und wo sie zu viel Kraft kostet.

 

Wissenschafliche Grundlagen

 

Körpersignale, Reizverarbeitung & Emotionsregulation

Viele autistische Patient:innen erleben nicht nur einzelne Beschwerden, sondern einen Körper, der innere Signale, äußere Reize und Gefühle anders verarbeitet. Schmerz, Anspannung, Erschöpfung oder aufkommende Emotionen werden oft erst spät sicher erkannt und eingeordnet. Wenn gleichzeitig viele Reize verarbeitet werden müssen, steigt die Belastung schnell — besonders in sozialen Situationen, in denen der eigene Zustand, die Umgebung und das Gegenüber parallel erfasst werden sollen.

In der Behandlung berücksichtige ich deshalb Zusammenhänge zwischen Interozeptionsschwierigkeiten, Alexithymie, sensorischen Auffälligkeiten und Emotionsregulation. Als ärztliche Privatpraxis beziehe ich zudem somatische Differentialdiagnosen und körperliche Komorbiditäten ausdrücklich mit ein, zum Beispiel aus dem Formenkreis der Hypermobilität oder chronischer Schmerzerkrankungen.

 

Wissenschafliche Grundlagen

Soziale Unsicherheit & Kommunikation

Viele autistische Patient:innen leiden nicht an fehlendem Interesse an Menschen, sondern an der Anstrengung, soziale Situationen fortlaufend bewusst einordnen zu müssen. Was von außen manchmal wie Desinteresse oder Distanz wirkt, ist in Wirklichkeit häufig eine sehr genaue, aber anstrengende Form sozialer Wahrnehmung. In der Behandlung geht es darum, diese Muster verständlich zu machen, Selbstzweifel abzubauen und alltagsnahe, entlastende Strategien für Kommunikation und soziale Sicherheit zu entwickeln.

 

Wissenschafliche Grundlagen

Späte Diagnose & Selbstverständnis

Viele Patient:innen erleben eine späte Autismus-Diagnose nicht nur als neue Information, sondern als nachträgliche Einordnung der eigenen Lebensgeschichte. Erlebnisse, die lange als persönliches Versagen, „zu empfindlich sein“, soziale Unsicherheit oder psychische Instabilität verstanden wurden, können dadurch in einem stimmigeren Zusammenhang gesehen werden. Das entlastet oft, wirft aber zugleich neue Fragen an Identität, Biografie und Selbstbild auf.

In der Behandlung geht es deshalb nicht darum, rückblickend alles allein mit Autismus zu erklären. Wichtig ist vielmehr, bisherige Diagnosen, Belastungen und Lebenserfahrungen differenziert einzuordnen, Selbstzweifel abzubauen und ein tragfähigeres Verständnis der eigenen Person zu entwickeln. Eine späte Diagnose kann dabei ein Ausgangspunkt für mehr Selbstakzeptanz, passendere Unterstützung und biografische Klarheit sein.

 

Wissenschafliche Grundlagen

 

Wissenschaftliche Grundlagen zu Autismus

Die folgenden Studien und Fachquellen ordnen zentrale Themen dieses Bereichs wissenschaftlich ein. Sie dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Diagnostik oder Behandlung.

Autistisches Burnout

Raymaker DM, Teo AR, Steckler NA, et al. (2020).
“Having all of your internal resources exhausted beyond measure and being left with no clean-up crew”: defining autistic burnout. Autism in Adulthood, 2(2), 132–143.
DOI: 10.1089/aut.2019.0079
Link: https://doi.org/10.1089/aut.2019.0079

Begriffsprägende qualitative Arbeit zu autistischem Burnout mit Fokus auf Erschöpfung, Funktionsverlust und langfristiger Überlastung.

Mantzalas J, Richdale AL, Adikari A, Lowe J, Dissanayake C. (2022).
What Is Autistic Burnout? A Thematic Analysis of Posts on Two Online Platforms. Autism in Adulthood, 4(1), 52–65.
DOI: 10.1089/aut.2021.0021
Link: https://doi.org/10.1089/aut.2021.0021

Themenanalyse von Online-Beiträgen, die typische Merkmale, Auslöser und Folgen von autistischem Burnout beschreibt.

Autistisches Maskieren

Hull L, Petrides KV, Allison C, et al. (2017).
“Putting on My Best Normal”: Social Camouflaging in Adults with Autism Spectrum Conditions. Journal of Autism and Developmental Disorders, 47, 2519–2534.
DOI: 10.1007/s10803-017-3166-5
Link: https://doi.org/10.1007/s10803-017-3166-5

Diese qualitative Studie beschreibt Motive, Strategien und Folgen des Camouflaging bei autistischen Erwachsenen – darunter Zugehörigkeitswunsch, Anpassungsdruck und Erschöpfung.

 

Bradley L, Shaw R, Baron-Cohen S, Cassidy S. (2021).
Autistic Adults’ Experiences of Camouflaging and Its Perceived Impact on Mental Health. Autism in Adulthood, 3(4), 320–329.
DOI: 10.1089/aut.2020.0071
Link: https://doi.org/10.1089/aut.2020.0071

Diese Arbeit zeigt, dass lang andauerndes Maskieren von vielen autistischen Erwachsenen als psychisch stark belastend und mit Erschöpfung, Anspannung und Identitätskonflikten verbunden erlebt wird.

Körpersignale, Reizverarbeitung & Emotionsregulation

Ben Hassen N, Molins F, Garrote-Petisco D, Serrano MÁ. (2023).
Emotional regulation deficits in autism spectrum disorder: The role of alexithymia and interoception. Research in Developmental Disabilities, 132, 104378.
DOI: 10.1016/j.ridd.2022.104378
Link: https://doi.org/10.1016/j.ridd.2022.104378

Die Studie fand in der ASS-Gruppe mehr Alexithymie, mehr Emotionsregulationsprobleme und niedrigere Interozeptionswerte.

Williams ZJ, Suzman E, Bordman SL, et al. (2023).
Characterizing Interoceptive Differences in Autism: A Systematic Review and Meta-analysis of Case-control Studies. Journal of Autism and Developmental Disorders, 53(3), 947–962.
DOI: 10.1007/s10803-022-05656-2
Link: https://doi.org/10.1007/s10803-022-05656-2

Die Meta-Analyse zeigte reduzierte Heartbeat-Counting-Leistung und höhere Sicherheit in der eigenen Einschätzung; andere interozeptive Outcomes waren teils vergleichbar.

Glans MR, Thelin N, Humble MB, Elwin M, Bejerot S. (2022).
The Relationship Between Generalised Joint Hypermobility and Autism Spectrum Disorder in Adults: A Large, Cross-Sectional, Case Control Comparison. Frontiers in Psychiatry, 12, 803334.
DOI: 10.3389/fpsyt.2021.803334
Link: https://doi.org/10.3389/fpsyt.2021.803334

Die Studie fand eine signifikante Assoziation zwischen ASD und generalisierter bzw. symptomatischer Hypermobilität, weist aber selbst darauf hin, dass die hohe ADHS-Komorbidität die Generalisierbarkeit einschränkt.

Ben-Sasson A, Gal E, Fluss R, Katz-Zetler N, Cermak SA. (2019).
Update of a Meta-analysis of Sensory Symptoms in ASD: A New Decade of Research. Journal of Autism and Developmental Disorders, 49(12), 4974–4996.
DOI: 10.1007/s10803-019-04180-0
Link: https://doi.org/10.1007/s10803-019-04180-0

Die Meta-Analyse zeigte große Unterschiede bei sensorischer Überreaktivität, Unterreaktivität und Seeking, besonders deutlich bei Überreaktivität.

Soziale Unsicherheit & Kommunikation

Callenmark B, Kjellin L, Rönnqvist L, Bölte S. (2014).
Explicit versus implicit social cognition testing in autism spectrum disorder. Autism, 18(6), 684–693.
DOI: 10.1177/1362361313492393
Link: https://doi.org/10.1177/1362361313492393

Die Studie stützt die Formulierung, dass soziale Situationen bei Autismus oft eher bewusst als automatisch erschlossen werden.

Senju A, Southgate V, White S, Frith U. (2009).
Mindblind Eyes: An Absence of Spontaneous Theory of Mind in Asperger Syndrome. Science, 325(5942), 883–885.
DOI: 10.1126/science.1176170
Link: https://doi.org/10.1126/science.1176170

Zentrale Arbeit dafür, dass spontane Perspektivübernahme bei Autismus weniger automatisch ablaufen kann, obwohl explizites Verstehen in strukturierten Situationen möglich ist.

Livingston LA, Shah P, Happé F. (2019).
Compensatory strategies below the behavioural surface in autism: a qualitative study. The Lancet Psychiatry, 6(9), 766–777.
DOI: 10.1016/S2215-0366(19)30224-X
Link: https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30224-X

Die qualitative Studie beschreibt soziale Kompensationsstrategien wie Regeln, Skripte, Musterbeobachtung und bewusste Analyse sowie deren Belastungsfolgen, darunter schlechtere psychische Gesundheit und späte Diagnosen.

Späte Diagnose & Selbstverständnis

Kiehl I, Pease R, Hackmann C. (2024).
The adult experience of being diagnosed with autism spectrum disorder: A qualitative meta-synthesis. Autism, 28(5), 1060–1074.
DOI: 10.1177/13623613231220419
Link: https://doi.org/10.1177/13623613231220419

Diese Meta-Synthese von 24 Studien zeigt, dass eine Diagnose im Erwachsenenalter häufig mit Erleichterung und mehr Klarheit über frühere Lebenserfahrungen verbunden ist, zugleich aber auch Identität, Beziehungen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie neu ordnet.

Corden K, Brewer R, Cage E. (2021).
Personal Identity After an Autism Diagnosis: Relationships With Self-Esteem, Mental Wellbeing, and Diagnostic Timing. Frontiers in Psychology, 12, 699335.
DOI: 10.3389/fpsyg.2021.699335
Link: https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.699335

Die Studie zeigt, dass mehr Unzufriedenheit mit der eigenen autistischen Identität mit niedrigerem Selbstwert zusammenhing, während mehr Autism Pride mit höherem Selbstwert verbunden war. Außerdem nahm Unzufriedenheit mit der autistischen Identität mit mehr Zeit seit der Diagnose ab.

Huang Y, Trollor JN, Foley K-R, Arnold SRC. (2023).
“I’ve Spent My Whole Life Striving to Be Normal”: Internalized Stigma and Perceived Impact of Diagnosis in Autistic Adults. Autism in Adulthood, 5(4), 423–436.
DOI: 10.1089/aut.2022.0066
Link: https://doi.org/10.1089/aut.2022.0066

Mixed-Methods-Studie: Späte Diagnose war häufig mit verbesserter Selbstwahrnehmung und tieferem Selbstverständnis verbunden; zugleich blieben aber auch gesellschaftliche und internalisierte Stigmatisierung relevant. Besonders wichtig: besseres Selbstverständnis hing positiv mit Wohlbefinden zusammen, unter anderem über geringere internalisierte Stigma-Belastung.

Weiterführende Behandlung bei ADHS

**Struktur darf helfen, nicht einengen.**

Weiterführende Behandlung bei ADHS

Die weiterführende Behandlung erfolgt in der Regel in Einheiten von 50 Minuten und wird individuell auf Ihre Fragestellung, Belastung und Lebenssituation abgestimmt.

INDIVIDUELL ABGESTIMMTE BEHANDLUNG

Die weiterführende Behandlung orientiert sich an Ihrer persönlichen Fragestellung, Ihrer aktuellen Belastung und Ihrer Lebenssituation. Im Mittelpunkt steht, Ihre Wahrnehmung, Ihr Erleben und ADHS-typische Belastungsmuster besser zu verstehen und daraus passende, alltagstaugliche Wege im Umgang mit Herausforderungen zu entwickeln. Je nach Bedarf kann es dabei zum Beispiel um Aufmerksamkeit und Konzentration, innere Unruhe, Impulsivität, Emotionsregulation, Erschöpfung, Selbstfürsorge, Selbstwert oder Schwierigkeiten mit Struktur und den Anforderungen des Alltags gehen.

ADHS-BURNOUT

ADHS-Burnout ist keine eigenständige offizielle Diagnose. Der Begriff kann jedoch helfen, eine besondere Form von Erschöpfung zu benennen, die sich bei ADHS aus der dauerhaften inneren und äußeren Anstrengung entwickeln kann, den Alltag zu organisieren, Aufmerksamkeit zu steuern, Impulse zu regulieren, emotionale Belastungen auszuhalten und trotz hoher Anforderungen dauerhaft zu funktionieren. Neben mentaler und emotionaler Erschöpfung zeigt sich häufig auch hier eine körperliche Folgeebene mit ausgeprägter Müdigkeit, verminderter Belastbarkeit, innerer Leere, Reizoffenheit oder dem Gefühl, selbst einfache Anforderungen kaum noch bewältigen zu können.

In der Behandlung kann es darum gehen, typische Überlastungsmuster bei ADHS besser zu verstehen, Belastungsgrenzen früher wahrzunehmen und Selbstfürsorge verlässlicher in den Alltag zu integrieren. Dabei stehen oft ein freundlicherer Umgang mit sich selbst, ein realistischeres Energie- und Anforderungsmanagement, emotionale Entlastung sowie alltagstaugliche Wege im Vordergrund, um Überforderung nicht erst dann ernst zu nehmen, wenn kaum noch Kraft vorhanden ist.

 

Wissenschafliche Grundlagen

ADHS-MASKIEREN

Auch bei ADHS gibt es Formen des Maskierens. Gemeint sind Strategien, mit denen versucht wird, Unruhe, Vergesslichkeit, Impulsivität, Desorganisation oder emotionale Reaktionen nach außen möglichst wenig sichtbar werden zu lassen. Das kann sich zum Beispiel darin zeigen, besonders kontrolliert zu wirken, Gespräche stark zu überwachen, nicht zu unterbrechen, Aufmerksamkeit eher vorzutäuschen, sehr früh zu erscheinen, ständig Listen und Erinnerungen zu nutzen oder sich mit viel Disziplin und äußerer Struktur gegen inneres Chaos zu organisieren.

Oft wirkt dadurch nach außen vieles geordneter, ruhiger oder angepasster, als es innerlich erlebt wird. Viele Betroffene versuchen, nicht negativ aufzufallen, nicht „zu viel“ zu sein oder typische ADHS-Schwierigkeiten möglichst gut zu verbergen. In der Behandlung kann es darum gehen, diese Muster bewusster wahrzunehmen, den eigenen Aufwand realistischer einzuordnen und Wege zu finden, die weniger auf dauerhafter Überkompensation und Selbstkontrolle beruhen.

 

Wissenschafliche Grundlagen

 

ALLTAGSCHAOS & STARTBLOCKADEN

Manchmal ist nicht fehlender Wille das Problem, sondern der innere Aufwand zwischen einem Ziel und dem Weg dorthin. Wie ein tägliches inneres Navigationssystem helfen uns exekutive Funktionen dabei, anzufangen, dranzubleiben, Motivation aufzubauen, Zeit im Blick zu behalten, die Aufmerksamkeit passend zu lenken und zwischen Anforderungen zu wechseln. Genau das ist bei ADHS oft nicht verlässlich reguliert und kann deshalb unverhältnismäßig viel Kraft kosten. Motivation ist dabei häufig nicht einfach abrufbar, sondern daran gebunden, ob etwas innerlich greifbar, dringlich oder bedeutsam erscheint. Was von außen wie Aufschieben oder Unordnung wirkt, ist oft ein Alltag, der ständiges Gegensteuern verlangt. In der ärztlich-therapeutischen Behandlung kann gemeinsam geklärt werden, was hinter diesen Belastungen steht und welche weiterführenden Schritte sinnvoll unterstützen können.

 

Wissenschafliche Grundlagen

Die emotionale Seite von ADHS: Zwischen People-Pleasing, Scham und innerem Alarm

Die Gefühlsebene von ADHS bleibt oft zu lange im Schatten – obwohl genau dort für viele Menschen der größte Leidensdruck liegt. Wenn Kritik, Missverständnisse oder schon kleine Zeichen von Distanz innerlich sehr groß werden, entsteht leicht ein Kreislauf aus Selbstzweifeln, People-Pleasing, Scham und dem ständigen Gefühl, nicht zu genügen oder etwas falsch gemacht zu haben. Nach außen wirkt das manchmal wie besondere Anpassung, Rücksicht oder hohe Sensibilität – innerlich ist es oft mit enormer Anspannung verbunden. In der Behandlung kann es darum gehen, diese emotionale Wucht besser zu verstehen, Selbstabwertung zu verringern und einen freundlicheren, sichereren Umgang mit sich selbst zu entwickeln.

Rejection Sensitive Dysphoria (RSD) beschreibt ein Phänomen, das viele Menschen mit ADHS als sehr belastend erleben. In der wissenschaftlichen Literatur wird dieses Erleben bisher aber meist unter Begriffen wie rejection sensitivity, Kritikempfindlichkeit oder emotionale Dysregulation untersucht.

 

Wissenschafliche Grundlagen

Erholung, Schlaf & Regeneration bei ADHS

Erholung ist bei ADHS oft nicht einfach eine Frage von ausreichend Schlafstunden. Vielen Betroffenen fällt es schwer, innerlich herunterzufahren, rechtzeitig müde zu werden oder nach dem Schlaf wirklich erholt aufzuwachen. Neben Anspannung, Reizoffenheit und kreisenden Gedanken kann auch ein verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus dazu beitragen, dass Regeneration weniger verlässlich gelingt. Was von außen wie Unruhe oder „nicht abschalten können“ wirkt, ist häufig Teil einer tieferliegenden Regulationsproblematik. In der ärztlich-therapeutischen Behandlung kann gemeinsam geklärt werden, welche Faktoren Schlaf und Erholung beeinträchtigen und welche weiterführenden Schritte sinnvoll unterstützen können.

 

Wissenschafliche Grundlagen

 

Wissenschaftliche Grundlagen zu ADHS

Die folgenden Studien und Fachquellen geben einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu ausgewählten Themen im Zusammenhang mit ADHS.

ADHS-Burnout

Turjeman-Levi Y, Itzchakov G, Engel-Yeger B. (2024).
Executive function deficits mediate the relationship between employees’ ADHD and job burnout. AIMS Public Health, 11(1), 294–314.
DOI: 10.3934/publichealth.2024015
Link: https://doi.org/10.3934/publichealth.2024015

Die Studie untersucht Zusammenhänge zwischen ADHS, exekutiven Funktionsdefiziten und arbeitsbezogenem Burnout.

Oscarsson M, Nelson M, Rozental A, et al. (2022).
Stress and work-related mental illness among working adults with ADHD: a qualitative study. BMC Psychiatry, 22(1), 751.
DOI: 10.1186/s12888-022-04409-w
Link: https://doi.org/10.1186/s12888-022-04409-w

Qualitative Arbeit zu Stress, Überlastung und arbeitsbezogener psychischer Belastung bei Erwachsenen mit ADHS.

ADHS-Maskieren

van der Putten WJ, Mol AJJ, Groenman AP, et al. (2024).
Is camouflaging unique for autism? A comparison of camouflaging between adults with autism and ADHD. Autism Research, 17(4), 812–823.
DOI: 10.1002/aur.3099
Link: https://doi.org/10.1002/aur.3099

Die Studie zeigt, dass Camouflaging nicht auf Autismus beschränkt ist; auch Erwachsene mit ADHS berichten entsprechende Strategien.

Canela C, Buadze A, Dube A, Eich D, Liebrenz M. (2017).
Skills and compensation strategies in adult ADHD – A qualitative study. PLOS ONE, 12(9), e0184964.
DOI: 10.1371/journal.pone.0184964
Link: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0184964

Die qualitative Studie beschreibt Kompensationsstrategien bei erwachsenen Menschen mit ADHS, wie organisatorische, soziale und aufmerksamkeitsbezogene Strategien.

Alltagschaos & Startblockaden

Pievsky MA, McGrath RE. (2018).
The neurocognitive profile of attention-deficit/hyperactivity disorder: A review of meta-analyses. Archives of Clinical Neuropsychology, 33(2), 143–157.
DOI: 10.1093/arclin/acx055
Link: https://doi.org/10.1093/arclin/acx055

Metaanalyse zu exekutiven Funktionen bei ADHS mit Hinweisen auf Schwierigkeiten unter anderem beim Planen, Organisieren, Innehalten und kognitiven Umschalten.

Mette C. (2023).
Time perception in adult ADHD: Findings from a decade—A review. International Journal of Environmental Research and Public Health, 20(4), 3098.
DOI: 10.3390/ijerph20043098
Link: https://doi.org/10.3390/ijerph20043098

Review zur Zeitwahrnehmung bei erwachsenen Menschen mit ADHS, passend für Zeitschätzung, Zeitgefühl und Zeitmanagement.

Marco R, Miranda A, Schlotz W, et al. (2009).
Delay and reward choice in ADHD: An experimental test of the role of delay aversion. Neuropsychology, 23(3), 367–380.
DOI: 10.1037/a0014914
Link: https://doi.org/10.1037/a0014914

Studie zu Motivation, Dringlichkeit und Belohnungsaufschub bei ADHS, passend für das Verständnis schwer abrufbarer Motivation.

Die emotionale Seite von ADHS: Zwischen People-Pleasing, Scham und innerem Alarm

Beaton DM, Sirois F, Milne E. (2022).
Experiences of criticism in adults with ADHD: A qualitative study. PLOS ONE, 17(2), e0263366.
DOI: 10.1371/journal.pone.0263366
Link: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0263366

Qualitative Studie dazu, wie Erwachsene mit ADHS Kritik erleben und welche Folgen das für Selbstwert, Belastung und den Umgang mit anderen haben kann.

Canu WH, Carlson CL. (2007).
Rejection sensitivity and social outcomes of young adult men with ADHD. Journal of Attention Disorders, 10(3), 261–275.
DOI: 10.1177/1087054706288106
Link: https://doi.org/10.1177/1087054706288106

Studie zu Zurückweisungsempfindlichkeit bei jungen Erwachsenen mit ADHS und ihrem Zusammenhang mit Selbstwert und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten.

Erholung, Schlaf & Regeneration bei ADHS

Díaz-Román A, Mitchell R, Cortese S. (2018).
Sleep in adults with ADHD: Systematic review and meta-analysis of subjective and objective studies. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 89, 61–71.
DOI: 10.1016/j.neubiorev.2018.02.014
Link: https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2018.02.014

Metaanalyse: Erwachsene mit ADHS berichten deutlich häufiger subjektive Schlafprobleme; objektiv zeigten sich vor allem Unterschiede bei Einschlaflatenz und Schlafeffizienz.

Coogan AN, McGowan NM. (2017).
A systematic review of circadian function, chronotype and chronotherapy in attention deficit hyperactivity disorder. ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders, 9(3), 129–147.
DOI: 10.1007/s12402-016-0214-5
Link: https://doi.org/10.1007/s12402-016-0214-5

Übersichtsarbeit mit Hinweisen auf späteren Chronotyp und verzögerte zirkadiane Phase bei ADHS. Hintergrund, warum Müdigkeit, Einschlafen, Aufstehen und das Gefühl von Erholung bei ADHS oft nicht einfach dem äußeren Tagesrhythmus folgen kann.

SELBSTWERT & IDENTITÄT in der NEURODIVERGENZ

Zwischen sichtbarer Kompetenz und innerem Zweifel liegt oft eine Geschichte, nicht ein Mangel.

SELBSTWERT

SELBST+WERT

Wer über Jahre erlebt hat, trotz großer Anstrengung missverstanden zu werden, anders zu wirken oder an alltäglichen Anforderungen immer wieder zu scheitern, entwickelt nicht selten einen belasteten Selbstwert. Bei ADHS kann sich das in der schmerzhaften Diskrepanz zwischen Können und Umsetzen zeigen, bei Autismus in einem tiefen Gefühl des Andersseins und bei AuDHS zusätzlich in inneren Widersprüchen, die schwer einzuordnen sind.

In der Behandlung kann es darum gehen, diese Erfahrungen neu zu verstehen, Selbstabwertung und Scham zu entlasten und einen freundlichere, realistischere Sicht auf die eigene Art zu denken, zu fühlen und zu funktionieren zu entwickeln. Selbstwert entsteht nicht durch mehr Härte gegen sich selbst, sondern oft erst dort, wo Erleben eingeordnet und die eigene Neurodivergenz nicht länger als persönliches Versagen missverstanden wird. Die Forschung zeigt für Erwachsene mit ADHS konsistent niedrigeren Selbstwert; auch bei autistischen Erwachsenen wurden geringerer globaler Selbstwert und Zusammenhänge mit sozialer Unterstützung und autismusbezogenen Selbstbewertungen beschrieben. Für AuDHS ist die direkte Datenlage kleiner, klinisch ist aber gut anschlussfähig, dass sich diese Belastungslinien überlagern können.

 

Wissenschaftliche Grundlagen

UNDERACHIEVEMENT & IMPOSTOR-ERLEBEN

Viele neurodivergente Menschen erleben, dass ihre Fähigkeiten von außen sichtbar sind, sich innerlich aber nicht zuverlässig verfügbar anfühlen. Sie wissen oft, was sie könnten, bringen es aber unter Belastung, Zeitdruck, Reizüberflutung oder schwankender Aktivierung nicht in gleichbleibender Form nach außen. Daraus kann ein schmerzhaftes Erleben von Underachievement entstehen: nicht, weil zu wenig Potenzial da wäre, sondern weil dieses Potenzial im Alltag nicht stabil abrufbar ist.

Wenn Fähigkeit da ist – aber sich nicht sicher anfühlt

Aus solchen Erfahrungen wächst häufig ein Impostor-Erleben. Erfolge fühlen sich dann nicht verdient an, sondern zufällig, instabil oder ständig bedroht. In der Behandlung kann es darum gehen, die Diskrepanz zwischen Fähigkeit und Performanz besser zu verstehen, alte Kritik- und Schamerfahrungen einzuordnen und die eigene Kompetenz nicht länger nur an äußerer Konstanz zu messen. Die Datenlage zum Impostor-Phänomen speziell bei Neurodivergenz ist noch jünger als die zu Selbstwert oder Masking; gut belegt sind aber die Linien über Underachievement, wiederholte Kritik und erste direkte neurodivergenzbezogene Impostor-Studien.

 

Wissenschaftliche Grundlagen

IDENTITÄTSFINDUNG NACH LANGEM MASKIEREN

Viele neurodivergente Menschen haben früh gelernt, sich anzupassen, soziale Erwartungen bewusst zu entschlüsseln, Reaktionen zu kontrollieren oder eigene Bedürfnisse möglichst unsichtbar zu machen. Was nach außen oft wie gutes Funktionieren wirkt, ist innerlich nicht selten mit hoher Anstrengung, Selbstentfremdung und einem unsicheren Gefühl verbunden, wer man eigentlich ist.

Wer bin ich, wenn ich nicht mehr nur funktioniere?

Gerade nach später Diagnose oder im Prozess des Entmaskierens wird diese Frage oft drängend: Welche Anteile von mir sind Schutzstrategie, welche gehören wirklich zu mir? In der Behandlung kann es darum gehen, die Geschichte des Maskierens verstehbar zu machen, die eigene Identität behutsam wiederzuentdecken und einen stimmigeren Umgang mit Nähe, Grenzen, Bedürfnissen und Authentizität zu entwickeln. Für Autismus ist dieser Zusammenhang gut belegt; bei ADHD ist die Forschung jünger, zeigt aber ebenfalls Camouflaging-Verhalten über dem Niveau neurotypischer Vergleichsgruppen. 

 

Wissenschaftliche Grundlagen

Wissenschaftliche Grundlagen zu Selbstwert & Identität

Die folgenden Quellen helfen dabei, Selbstwertthemen, Identitätsentwicklung und die Auswirkungen langjähriger Anpassungsleistungen fachlich einzuordnen.

Selbstwert

Pedersen M, et al. (2024).
Self-Esteem in Adults With ADHD Using the Rosenberg Self-Esteem Scale: A Systematic Review.
DOI: 10.1177/10870547241237245
Link: https://doi.org/10.1177/10870547241237245

Systematischer Review: Fünf von sechs Kontrollstudien fanden niedrigeren Selbstwert bei Erwachsenen mit ADHS; zudem korrelierte ADHS-Symptomatik negativ mit Selbstwert.

Newark PE, et al. (2016).
Self-Esteem, Self-Efficacy, and Resources in Adults With ADHD.
DOI: 10.1177/1087054712459561
Link: https://doi.org/10.1177/1087054712459561

Erwachsene mit ADHS zeigten im Vergleich zu Kontrollen geringeren Selbstwert und geringere Selbstwirksamkeit; die Autor:innen betonen zugleich einen ressourcenorientierten Behandlungsansatz.

Nguyen M, et al. (2020).
How I See and Feel About Myself: Domain-Specific Self-Concept and Self-Esteem in Autistic Adults.
DOI: 10.3389/fpsyg.2020.00913
Link: https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.00913

Autistische Erwachsene berichteten geringeren globalen Selbstwert; positivere autismusbezogene Selbstbewertungen und mehr wahrgenommene soziale Unterstützung waren mit höherem Selbstwert assoziiert.

Underachievement & Impostor-Erleben

Biederman J, et al. (2008).
Educational and Occupational Underattainment in Adults With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Journal of Clinical Psychiatry, 69(8).
DOI: 10.4088/JCP.v69n0803
Link: https://doi.org/10.4088/JCP.v69n0803

Erwachsene mit ADHS erreichten im Mittel weniger Bildungs- und Berufsstatus, als anhand ihrer kognitiven Voraussetzungen zu erwarten gewesen wäre.

Beaton DM, Sirois F, Milne E. (2022).
Experiences of criticism in adults with ADHD: A qualitative study. PLOS ONE, 17(2), e0263366.
DOI: 10.1371/journal.pone.0263366
Link: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0263366

Qualitative Studie zu Kritikerfahrungen bei Erwachsenen mit ADHS; relevant für die Einordnung von Selbstzweifeln, Scham und innerem Nicht-genug-Erleben.

Brown E, Morley E. (2025).
Feeling Like a Fraud: Exploring How the Impostor Phenomenon Manifests in Neurotypical and Neurodivergent First-Year Undergraduate Students in the UK Using the Impostor Phenomenon Assessment.
DOI: 10.1080/28367138.2025.2493896
Link: https://doi.org/10.1080/28367138.2025.2493896

Neurodivergenzbezogene Arbeit zum Impostor-Phänomen; in dieser Stichprobe lagen die Impostor-Werte in den neurodivergenten Gruppen höher als in der neurotypischen Vergleichsgruppe.

Hall JM, Stuckey AL, Berman SL. (2026).
Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder, Imposter Phenomenon, and Identity Distress: The Mediating Indirect Effects of Self-Esteem, Social Camouflaging, and Social Media Connections. Behavioral Sciences, 16(2), 213.
DOI: 10.3390/bs16020213
Link: https://doi.org/10.3390/bs16020213

Neuere direkte Studie zu ADHS und Impostor-Erleben mit berichteten Zusammenhängen zwischen ADHS-Symptomschwere, Impostor-Phänomen und Identitätsbelastung über Selbstwert und Camouflaging.

Identitätsfindung nach langem Maskieren

Cage E, Troxell-Whitman Z. (2019).
Understanding the Reasons, Contexts and Costs of Camouflaging for Autistic Adults. Journal of Autism and Developmental Disorders, 49, 1899–1911.
DOI: 10.1007/s10803-018-03878-x
Link: https://doi.org/10.1007/s10803-018-03878-x

Zentrale Arbeit zu Gründen, Kontexten und Kosten des Maskierens bei autistischen Erwachsenen.

Evans BR, et al. (2024).
What You Are Hiding Could Be Hurting You: Autistic Masking in Relation to Mental Health, Interpersonal Trauma, Authenticity, and Self-Esteem.
DOI: 10.1089/aut.2022.0115
Link: https://doi.org/10.1089/aut.2022.0115

Höheres Masking war mit mehr Angst und Depressivität sowie mit geringerem Selbstwert und geringerer Authentizität assoziiert.

Corden K, Brewer R, Cage E. (2021).
Personal Identity After an Autism Diagnosis: Relationships With Self-Esteem, Mental Wellbeing, and Diagnostic Timing. Frontiers in Psychology, 12, 699335.
DOI: 10.3389/fpsyg.2021.699335
Link: https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.699335

Weniger Unzufriedenheit mit der autistischen Identität und mehr Autism Pride gingen mit höherem Selbstwert einher.

van der Putten WJ, Mol AJJ, Groenman AP, et al. (2024).
Is Camouflaging Unique for Autism? A Comparison of Camouflaging Between Adults With Autism and ADHD. Autism Research, 17(4), 812–823.
DOI: 10.1002/aur.3099
Link: https://doi.org/10.1002/aur.3099

Erwachsene mit ADHS zeigten mehr Camouflaging als die Vergleichsgruppe, wenn auch weniger als autistische Erwachsene; relevant für ADHS/AuDHS-Kontexte.

* Alle Preise sind Orientierungswerte. Abrechnung nach GOÄ auf Grundlage der tatsächlich erbrachten ärztlichen Leistungen.
 

Privatpraxis für Autismus- und ADHS-Diagnostik für Erwachsene | In Bornhöved bei Bad Segeberg

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